Die Bankenkrise hat Europa erschüttert und noch heute sind die Folgen zu spüren. Der Crash war eigentlich vorhersehbar und lässt sich im nach hinein einfach analysieren. Zu viele Hypotheken und wertlose Wertpapieren in den Markt gegeben und sorgten dafür, dass das System zusammenbrach.
Inflationsfreies Wachstum sollte nicht aufgehalten werden
Die Notenbanker und die Politiker setzten darauf, dass das inflationsfreie Wachstum weiter gehen würde und waren besorgt, dass man durch ein “Stopp” das Wachstum aufhalten könnte. Hohe Gratifikationen haben die Banker zum Handel mit riskanten Papieren bewegt und die in Aussicht gestellten Zinsen für die Anleger ließen auch bei kleinen Anlegern das gesunde Urteilsvermögen verschwinden.
Der hoch gepuschte amerikanische Immobilienmarkt war aber nicht der alleinige Auslöser. Das System ist nicht von heute auf morgen kollabiert. Die Weichen für die aktuelle Bankenkrise wurden bereits vor 20 Jahren gestellt.
Auf die Anzeichen der Krise reagierte die Notenbank jahrzehntelang mit der Senkung der Zinsen.
Bereits in den achtziger Jahren, als Alan Greenspan die US-Notenbank anführte, wurden eindeutige Signal missachtet. Im Oktober 1987 brach der Dow Jones an einem Tag um mehr als 20 Prozentpunkte ein. Daraufhin senkte Greenspan die Leitzinsen deutlich und ungefähr ein Jahr später war der Dow Jones wieder auf dem Niveau wie vor dem Crash. Diese Methode wurde fast 20 Jahre lang angewendet und viele Anleger rühmten Alan Greenspan für diese Art der Zinspolitik.
Russland- und Asien lebten die Krise vor und lieferten Waren zu Dumpingpreisen
Diese Methode ist aber nicht der einzige Grund für die Bankenkrise. Sicherlich hat sie dazu beigetragen, aber die Russland- und Asienkrise von 1998 ist auch ein Faktor, der zu dem Crash führte. Krisenländer werteten damals ihre Währungen ab. Das führte dazu, dass die Lohn- und Arbeitskosten in den eigenen Ländern gegenüber dem internationalen Umfeld niedrig wurden. Dadurch konnten die USA und auch der Westen Europas günstig mit Produkten beliefert werden. Zeitgleich senkten Indien und China das Preisniveau.
Amerika erhielt aus China also günstige Produkte, was zur Folge hatte, dass der China-Dollar in Milliardenhöhe anwuchs. Es wurde deutlich mehr exportiert als importiert. Die chinesische Zentralbank investierte die aus dem erhöhten Export resultierenden Gewinne hauptsächlich in amerikanische Staatsanleihen. Die Amerikaner finanzierten mit diesen Staatsanleihen das eignen Handelsdefizit und konnten konsumierten, ohne den amerikanischen Dollar zu beeinträchtigen. Das System funktionierte und fing sich selbst fälschlicherweise auf.
Grenzenlose Kreditvergabe in Amerika gebündelt in Wertpapieren
Zeitig stellte sich die unausgesprochene Frage in Wirtschaftskreisen, wie lange Amerika die Dollars als Schuldscheine, die bekanntlich ungedeckt waren, noch verkaufen würde. Die Kreditvergabe an Kunden mit schlechter Bonität war fast grenzenlos. Prüfungen der Bonität und der langfristigen Zahlungsfähigkeit wurden verantwortungslos gehandhabt. Fast täglich überschwemmten neue Anlageprodukte den Finanzmarkt und die versprochenen hohen Renditen lockten die Anleger. Die gelockerte Geldpolitik der weltweiten Zentralbanken tat das Übrige. Die einzige Herausforderung für die Banken war, Investitionen zu finden, die hohe Renditen und Zinsen versprachen.
Die Kreditvergabe wurde gebündelt und amerikanische Banken verkauften diese in Form von Wertpapieren. Ungeprüft konnten in den USA Kredite gewährt werden, man wusste oft im Vorfeld, dass man diese nahezu unbesicherten Darlehen wieder weltweit anbieten konnte. Abnehmer gab es genug. Gerne kauften Banken, die höhere Renditen schreiben mussten, diese Wertpapiere auf. Durch die fiktiven Gewinnspekulationen konnte manche Bank sich vor dem frühzeitigen Zusammenbruch retten.
Bereits Mitte 2007 gab eine Düsseldorfer Mittelstandsbank an, dass die Krise auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt sich auf sie auswirkt. Eine kleine Bank in Düsseldorf stand kurz davor, wegen den Immobilienkrediten in Amerika zu resignieren. Die Auswirkungen sollten bald weltweit zu spüren sein und sind nun Teil der europäischen Geschichte.
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